Mitgliederversammlung 2018

Bericht

über die Tätigkeit des Förderkreises Historischer Waldbachfriedhof

anlässlich der Mitgliederversammlung 2017 am Mittwoch, den 28.03.2018 im Ritterhaus

Meine Damen und Herren,

ich begrüße Sie zu unserer Mitgliederversammlung und freue mich über  Ihr Kommen. Wie immer dürfen wir im Ritterhaus zu Gast sein. Dafür herzlichen Dank Herrn Dr. Gall und den Mitarbeitern des Museums für ihre Unterstützung.

Der letzte Tätigkeitsbericht begann mit den Worten: „Ich habe das vergangene Jahr als besonders intensiv empfunden.“ Daran hat sich auch 2017 nichts geändert, wie ich Ihnen heute Abend mitteilen kann.

Dafür verantwortlich war natürlich unser großes Bankprojekt.

Offenbar hat diese Idee überzeugt, denn die Resonanz auf unseren Spendenaufruf war überwältigend. Viele unserer Mitglieder haben uns mit Geldzuwendungen oder mit der Spende einer ganzen Bank unterstützt.

Aber auch Offenburger Firmen und Vereine haben Bänke gestiftet.

Das Vorhaben kostet uns insgesamt rund 31.500,– €, die vollständig durch Spenden gedeckt werden. Damit war es möglich, sogar mehr Bänke anzuschaffen als ursprünglich geplant, nämlich 39 Stück, und dadurch hat sich der Preis pro Bank noch einmal reduziert. So können wir jetzt auch die Montageleistungen der TBO mit einem Zuschuss von 2.000€ unterstützen. Außerdem erhält die Friedhofsverwaltung zwei Bänke als Vorrat oder gegebenenfalls zum Ersatz, obgleich wir natürlich hoffen, dass es nicht zu Beschädigungen oder Diebstahl kommt.

Wir freuen uns sehr darüber, dass unser Projekt diesen enormen Anklang gefunden hat. Diese bisher größte Aktion war recht aufwändig, aber bei so viel Begeisterung hat sich alle Mühe gelohnt.

Zwischendurch wurden unsere Nerven, vor allem meine, durch die Nachricht strapaziert, die Lieferung verspätet sich, weil aufgrund des starken Monsuns in Indonesien die Luftfeuchtigkeit so hoch war, dass das Holz nicht trocknen wollte und deshalb nicht verarbeitet werden konnte.

Große Erleichterung brach aus, als uns Ende Januar die Mitteilung erreichte, die Bänke sind unterwegs per Schiff Richtung Hamburg. Inzwischen sind sie in Offenburg bei den TBO eingetroffen, allerdings wurden teilweise die falschen Dübel mitgeliefert. Den emsigen Mitarbeitern der TBO ist es trotzdem gelungen, in dieser Woche, rechtzeitig zur Mitgliederversammlung, wenigstens zehn Bänke zu montieren und auf dem Friedhof aufzubauen.

Dem Leiter der Schreinerei, Herrn Walter und Herrn Lehmann, der mit seinen Leuten die Bänke aufstellt, sei herzlich dafür gedankt.  Ende April werden hoffentlich alle Arbeiten abgeschlossen sein, und wir können unsere neue Attraktion Ihnen und der Öffentlichkeit vorstellen.

Ideen sind zweifellos wichtig, aber man braucht auch Leute, die sie umsetzen können.

Ich möchte an dieser Stelle meinem Stellvertreter und „technischen Direktor“ Heinrich Meyer danken. Er hat alles organisiert und begleitet von der Modellbank bis zum endgültigen Abschluss des Projekts, und er musste in der ganzen Zeit meine permanenten besorgten Nachfragen ertragen. Heiner, vielen Dank für deine geduldige psychologische Betreuung.

Wir haben uns neben all dem bemüht, die anderen Aufgaben nicht zu vernachlässigen, die uns der Friedhof stellt. Es konnten 2017 sieben Grabmale restauriert werden, die Ihnen Herr Meyer im Anschluss zeigt.

Im Arboretum wurden 10 Bäume gepflanzt. Außerdem wurden in zwei Arbeitseinsätzen  Baumscheiben angelegt, um das Gießen zu erleichtern. Dabei haben uns Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Volksbank tatkräftig unterstützt im Rahmen ihres Projekts „Zukunft gestalten“. Es sei ihnen herzlich dafür gedankt. Im Arboretum auf dem Waldbachfriedhof stehen nun insgesamt 120 verschiedene Arten von Gehölzen, die alle vom Förderkreis mit botanischen Schildern gekennzeichnet sind.

Immer wieder wurden wir angesprochen auf die schwierige Parkplatzsituation am Waldbachfriedhof. Die Parkplätze im Osten, an der Brachfeldstraße, werden zunehmend von Dauerparkern belegt. Im Westen an der Gewerbeschule gibt es mehrere Plätze für Kurzzeitparker mit Parkscheibenregelung. Aber die werden meist während der Unterrichtszeit von Gewerbeschülern genutzt. Wir haben schon 2016 einen Vorstoß bei der Verwaltung unternommen, um die Ausweisung von fünf Parkplätzen hinter der Gewerbeschule nur für Friedhofsbesucher zu erreichen. Diese wurden uns aus Gründen der STVO nicht gewährt.

Im letzten Jahr haben wir mit Unterstützung von Herrn Jäger einen neuen Versuch gestartet, und dieses Mal waren wir erfolgreicher. Es wurden an der Brachfeldstraße jetzt drei Plätze mit drei Stunden

Parkscheibenregelung ausgewiesen. Das ist nicht viel, aber es verbessert immerhin die Situation und verhindert das Langzeitparken.

Unsere Veranstaltungen konnten wir alle planmäßig durchführen.

Im Mai fand der Jahresausflug statt. Wir besuchten den eindrucksvollen Alten Friedhof in Freiburg-Herdern und erlebten eine Führung dort. Deshalb haben wir uns auf den Besuch von Herrn Treppe heute gefreut, dem zweiten Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Herdern. Leider ist auch er der Grippe zum Opfer gefallen und musste ganz kurzfristig absagen. Dankenswerterweise springt Heinrich Meyer ein und berichtet uns nachher über historische Friedhöfe.

Den Vortrag von Herrn Treppe und Herrn Baldszuhn werden wir sicherlich nachholen.

Die Lesung in der Kapelle im Juni wurde wie immer sehr gut besucht. Marion Piltz, Carmen Lötsch, Andreas Drotleff und Edzard Schoppmann waren die Vortragenden.

Zu Allerheiligen gab es wieder einen Filmabend im KiK. Gezeigt wurde die dänische Tragikkommödie „OK“ von Jasper Nielsen.

Und auch unser Arbeitseinsatz im November hat diesmal geklappt. 27 Helfer und Helferinnen haben sich auf dem Waldbachfriedhof getroffen, um zu schneiden, zu jäten und aufzuräumen. Ihnen allen danke ich sehr.

Das Programm für 2018 haben Sie erhalten. Mir sind dabei zwei Fehler unterlaufen, die ich hier korrigieren möchte. Der Filmabend findet zwar am 1.11. statt, aber nicht am Mittwoch, sondern Allerheiligen ist an einem Donnerstag. Zum Arbeitseinsatz laden wir am Samstag, 3.11. ein und nicht am 5.11. Entschuldigen Sie bitte die Verwirrung.

Der museumspädagogische Kurs für Kinder, „Was ist auf dem Friedhof los?“, den ich Ihnen letztes Jahr vorgestellt habe, fand zweimal statt. Für die kommende Saison liegen bereits Buchungen vor, und etliche Absichtserklärungen wurden geäußert. Ich hoffe, dass die auch in die Tat umgesetzt werden. Es hat sich nämlich gezeigt, dass die Kinder sehr interessiert an diesem Thema sind. Sie stellen zahllose kluge Fragen und sind mit ihrem Quizzettel eifrig unterwegs auf dem Friedhof.

Die Mitgliederzahl des Förderkreises ist im letzten Jahr auf 205 Unterstützer/innen angewachsen. Das freut uns natürlich.

Bei den Grabpaten ist noch Luft nach oben. Zur Zeit bestehen 37 Pflegepatenschaften. Es wäre schön, wenn es ein paar mehr würden.

Im Beirat des Förderkreises gibt es einen Wechsel. Frau Stefanie Glatt möchte aus persönlichen Gründen ausscheiden. Sie hat mir aber versichert, dass die Familie Glatt dem Förderkreis treu bleibt und weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung steht. Sie, Frau Glatt waren von Anfang an dabei, und wir bedanken uns herzlich bei Ihnen für Ihre Mitarbeit und Unterstützung in den vergangenen Jahren.

An Stelle von Frau Glatt wird in Zukunft Herr Bernd Baldszuhn dem Beirat angehören. Er ist Restaurator, und Sie hätten ihn nachher zusammen mit  Herrn Treppe kennenlernen sollen. Jetzt begrüßen wir ihn einfach als Mitglied und freuen uns, dass er die Arbeit des Förderkreises unterstützt. Wir danken Ihnen, Herr Baldszuhn dafür, dass Sie bereit sind, dieses Ehrenamt anzunehmen.

Nachdem ich Ihnen nun über unsere „Heldentaten“ berichtet habe, folgt der peinliche Teil meiner Ausführungen. Unsere Satzung sieht Vorstandswahlen alle zwei Jahre vor. Ich muss Ihnen gestehen, dass wir vergessen haben, uns 2016 zur Neuwahl zu stellen. Ich versichere Ihnen, dass dies nicht geschehen ist, weil wir an unseren Ämtern kleben, sondern weil wir über unserer Arbeit und unseren Projekten einfach nicht daran gedacht haben. Ich entschuldige mich für dieses Versäumnis und hoffe, Sie strafen uns heute nicht aus Entrüstung mit der Abwahl des Vorstands.

Sie können sich darauf verlassen, dass uns dieser Fehler nicht mehr unterlaufen wird.

Zum Schluss danke ich den Mitgliedern des Beirats für ihr Engagement und vor allem meinen Vorstandskollegen für Ihren unermüdlichen Einsatz.

Mein Dank gilt auch Herrn Jäger, dem Chef der Friedhofsverwaltung für  seine Kooperationsbereitschaft.

Aber ohne unsere Mitglieder würde natürlich gar nichts gehen.

Deshalb danke ich ganz besonders Ihnen für Ihre treue Unterstützung und für Ihre Aufmerksamkeit.