Mitgliederversammlung 2019

Bericht

über die Tätigkeit des Förderkreises Historischer Waldbachfriedhof

anlässlich der Mitgliederversammlung 2019 am Mittwoch, den 20.03.2019 im Ritterhaus

Meine Damen und Herren,

ich heiße Sie willkommen zu unserer Mitgliederversammlung und freue mich über Ihr Interesse. Ich begrüße auch unsere Referenten, Herrn Treppe aus Freiburg und Herrn Baldszuhn, Mitglied unseres Beirats, sehr herzlich.

Was ist passiert auf dem Waldbachfriedhof im vergangenen Jahr?

Zunächst konnten wir Anfang Mai die Aufstellung der 36 neuen Bänke feiern, alle durch Spenden finanziert. Viele Unterstützer und Unterstützerinnen kamen zu diesem Anlass auf den Waldbachfriedhof, um mit uns auf das gelungene Projekt anzustoßen. Wir haben mit diesen Bänken ins Schwarze getroffen. Ich werde immer wieder angesprochen und für unsere Initiative gelobt. Die Bänke betonen den Parkcharakter des Friedhofs und sind einfach schön.

Allen Beteiligten noch einmal einen herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit.

Nur ein negativer Anruf hat mich ereilt. Eine Dame hat sich über die große Anzahl der Bänke empört. Die hält sie für übertrieben und findet es ungerecht, dass nicht auch ein paar auf den Weingartenfriedhof gestellt wurden. Ich habe ihr empfohlen, für diesen Friedhof doch auch einen Förderkreis zu gründen und sich selbst um neue Bänke zu kümmern. Dazu meinte sie: Ich will jetzt meinen Ruhestand genießen und mir keine Arbeit aufhalsen. Ich glaube, Herr Jäger ist darüber nicht unfroh. Ein zweiter Friedhofsförderkreis könnte ihn womöglich zu einem Stellenwechsel bewegen.

Heinrich Meyer hat wieder ein Paket von 12 restaurierungsbedürftigen Grabmalen zusammengestellt, die Arbeiten organisiert und betreut. Dabei ging es u.a.  um das Reinigen und Festigen von Grabsteinen, die Ergänzung fehlender Schriftzeichen oder das Nachtönen von verblassten Grabinschriften. Es waren auch zwei schmiedeeiserne Kreuze dabei, die restauriert wurden. Herr Meyer wird Ihnen die Maßnahmen anhand von Beispielen zeigen und erläutern.

In Zusammenarbeit mit der Friedhofsverwaltung wurde das Arboretum um sieben Bäume erweitert. Inzwischen haben wir 127 unterschiedliche Baumarten. Die Beschilderung der Bäume wurde vom Förderkreis ergänzt.

Außerdem hat der Förderkreis die Kosten übernommen für die Nachpflanzung von Eiben an verschiedenen Stellen der Einfriedung.

Unser Kollege Lothar Fischer kümmert sich um die tierischen Bewohner des Friedhofs, also Eichhörnchen Vögel und Fledermäuse. Auf seinen Vorschlag hin hat die Friedhofsverwaltung 15 Fledermaushöhlen angeschafft, die jetzt im Frühjahr mit Azubis der TBO aufgehängt werden sollen.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen – es war überwiegend eine Frauenbrigade, die da erschienen ist- der Volksbank haben uns im Mai wieder tatkräftig unterstützt im Rahmen ihres Projekts „Zukunft gestalten“. Gemeinsam mit ihnen haben wir eine umfassende Rhododendronpflege durchgeführt. Wir bedanken uns herzlich für die wiederholte Unterstützung.

Unser Jahresprogramm konnten wir planmäßig durchführen.

Im April fand unser Ausflug statt. Wir besichtigten die Synagoge in Kippenheim und anschließend den jüdischen Verbandsfriedhof in Schmieheim.

Die Lesung in der Kapelle im Juni war wieder gut besucht. Im letzten Jahr haben Katharina Heitz, Claudia Roloff, Bernhard Schneider und Wolff-Ulrich Fenske gelesen.

Zu Allerheiligen gab es den Filmabend im KiK. Gezeigt wurde der niederländische Film „Antonias Welt“ von Marleen Gorris.

Und auch unser Arbeitseinsatz im November hat geklappt. 21 Helfer und Helferinnen haben sich auf dem Waldbachfriedhof getroffen, um sich gärtnerisch zu betätigen. Ihnen allen danke ich sehr und entschuldige mich dafür, dass die Aktion zeitlich aus dem Ruder gelaufen ist und sie über Gebühr beansprucht wurden. Die letzten Getreuen haben erst um15.00 Uhr den Friedhof verlassen. Dem wollen wir in Zukunft vorbeugen, indem wir eine halbe Stunde früher beginnen, ein zweites Fahrzeug zum Abtransport des Schnittguts organisieren und ein klares zeitliches Ende festlegen. Ich hoffe, Sie verzeihen uns und treten beim nächsten Arbeitseinsatz nicht wegen unangemessener Ausbeutung in einen Generalstreik.

Der museumspädagogische Kurs für Kinder, „Was ist auf dem Friedhof los?“ fand leider nur zweimal statt, und auch die Zahl der Grabpatenschaften, nämlich 37, hat sich im vergangenen Jahr nicht weiter erhöht. Aber manchmal braucht es eben einen längeren Atem, bis die Dinge in Schwung kommen.

Dafür ist die Mitgliederzahl gewachsen. Der Förderkreis hat im Moment 217 Mitglieder. Ich sage bewusst im Moment, denn die Zahlen schwanken, weil jedes Jahr treue Unterstützer und Unterstützerinnen der ersten Stunde versterben, denen wir an dieser Stelle dankbar gedenken.

Das stellt uns natürlich vor die Aufgabe, weiter um Mitglieder zu werben. Mir wurde hintertragen, ich wäre eine „aggressive“ Werberin, wie auch immer das gemeint ist. Ich sehe mich eher als aktive Werberin. Schließlich erpresse ich niemand mit vorgehaltener Knarre zur Mitgliedschaft, und als Vorsitzende betrachte ich es als eine meiner Pflichten, mich dafür einzusetzen, den Förderkreis voran zu bringen und zukunftssicher aufzustellen. Eine breite Basis an Mitgliedern sichert uns weiterhin eine erfolgreiche Arbeit, sowohl in ideeller als auch in materieller Hinsicht.

Zwei Jubiläen werfen ihren Schatten voraus: Eines kennen Sie bereits, die Gründung unseres Förderkreises jährt sich in diesem Jahr zum zehnten Mal, und diesen Geburtstag wollen wir wie angekündigt am 5. November, dem tatsächlichen Gründungstag hier mit Ihnen feiern.

Das andere Jubiläum findet 2021 statt, da wird der Waldbachfriedhof 150 Jahre alt. Dieses Ereignis hat uns veranlasst, folgende Projekte anzustoßen, über die ich Sie heute kurz vorinformieren will:

  • Die Sanierung der Friedhofskapelle sollte in Angriff genommen werden. In den letzten Jahren haben die Feuchtigkeitsschäden im Mauerwerk massiv zugenommen. Der Förderkreis hat die entsprechenden Stellen bereits 2015 darauf aufmerksam gemacht. Wir haben nun erneut das Bauamt und die TBO angesprochen und würden uns sehr freuen, wenn zur 150 Jahrfeier die Kapelle saniert würde. Bisher haben wir positive Signale erhalten.
  • In Zusammenhang mit diesem Jubiläum will der Förderkreis 2021einen Bildband über den Waldbachfriedhof herausbringen, eine künstlerisch anspruchsvolle Dokumentation, die erstmals sämtliche Aspekte des Waldbachfriedhofs würdigt, das stadtgeschichtliche Kulturdenkmal, den Bestattungsort und den Park, der von vielen Bürgern und Bürgerinnen geschätzt wird. Wir konnten für dieses Vorhaben den Fotografen Axel Bleyer gewinnen und für die graphische Gestaltung Herrn Moritz Lang. Ein solches Projekt kann der Förderkreis finanziell nicht bewältigen. Deshalb sind wir froh darüber, dass die Stadt Offenburg und die Bürgerstiftung St. Andreas unsere Idee begrüßen und uns großzügig unterstützen. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen, Herr Bleyer ist schon mit der Kamera unterwegs, um alle Facetten des Waldbachfriedhofs einzufangen. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

Zum Schluss danke ich wie immer den Mitgliedern des Vorstands und Beirats und dem Chef der Friedhofsverwaltung, Herrn Jäger, für ihren Einsatz, ihre Mühe und die gute Zusammenarbeit.

Und Ihnen, unseren Mitgliedern, danke ich natürlich besonders für Ihre treue Unterstützung.

Cornelia Kalt-Jopen, Vorsitzende

 

Vorstand und Beirat mit den Referenten des Abends (von links nach rechts): Hans-Jürgen Treppe aus Freiburg, Peter Pühler, Beate Walz, Thomas Bauknecht, Lothar Fischer, Cornelia Kalt-Jopen, Restaurator Bernd Baldszuhn, Martin Einstein, Heinrich Meyer